BEETHOVENS KLAVIERSONATEN
SONATE NR. 19, OP. 49/1
ZUM MUSIKALISCHEN INHALT




In unserer Betrachtung folgen wir hier wieder dem in unserem Geleitwort zur Musikkritik entwickelten Präsentationsmuster.  Dieses bietet ihnen Kommentare in dieser Reihenfolge:


 MUSIKWISSCHENSCHAFTLER UND BEETHOVENFORSCHER

AKTIVE MUSIKKRITIKER UND FEUILETTONISTEN

DARBIETENDE KÜNSTLER


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MUSIKWISSENSCHAFTLER UND BEETHOVENFORSCHER


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AKTIVE MUSIKKRITIKER UND FEUILETTONISTEN

Joachim Kaiser geht auf op. 49, Nr. 1, wie folgt ein: 

"Die beiden zweisätzigen Werke Opus 49 sind der klavierspielenden Welt geläufig, weil Anfänger sich mit diesen als >>Leichte Sonaten<< bezeichneten Stücken den Eintritt in den heiligen Bezirk zu verdienen hoffen.  Obschon früher entstanden, stehen die Leichten Sonaten in den Ausgaben zwischen Sturm-Sonate und Waldstein-Sonate.  Wer aus dieser Perspektive auf die beiden Mini-Werke blickt, wird ein Lächeln nicht unterdrücken können.

Opus 49 Nr. 1 indessen auch >>lächelnd<< zu spielen, besteht kein Anlaß.  Ein Kind, das die empfindsamen Bewegungen des Andante und die verbissenen des Rondos hingebungsvoll übertreibt, verhält sich immer noch angemessener als ein >>Meister<<, der hier arrogant Überlegenheit bekundet:  Einstein, das Kleine Einmaleins aufsagend.

Doch für derlei Demonstrationen ist Opus 49 Nr. 1 zu schade.  Weder aus allzu brillanter Höhe noch mit tiefschürfendem Drücker will die leichte g-Moll-Sonate dargestellt werden.  Das Andante mit seinen Mozart-Anspielungen ist ein früher Beleg für Beethovens Kunst, Motive logisch abwechslungsreich zu entwickeln.  Diese Tendenz, nah bei der Sache zu bleiben und sich auf eine Gestalt zu konzentrieren, wird auch im Rondo ohne Pedanterie verfolgt.  Trotz aller Leichtigkeit wirkt das Stück nie beliebig oder harmlos-redselig.  Keine aufgeplusterte Banalität, keine leeren Stellen.  Die Sonate übernimmt sich nicht und vergibt sich nichts" (Kaiser: 344).


DARBIETENDE KÜNSTLER

Anton Kuertis Einstellung zu diesen Sonaten ist nun wirklich eine fast "Einstein'sche" vom Standpunkt des Klaviervirtuosen aus: 

Zunächst vertritt er die Meinung, dass diese beiden Sonaten eigentlich nicht unter die 32 Klaviersonaten eingereiht werden sollten, es sei denn, dass man 32 als "runde Zahl" betrachte.  Externe und interne Beweise legen es nahe, schreibt Kuerti, dass diese Sonaten sehr früh entstanden seien, wohl noch vor den Sonaten, op. 2.  Ein solcher Hinweis sei die vollkommene Abwesenheit dynamischer Markierungen, die bei Beethovens Stil sehr bedeutend seien.  Beethovens Bruder Kaspar habe diese Sonaten ohne Einwillung seines Bruderes einem Verleger angeboten, was Kuerti als weiteres Beispiel für die Streitigkeiten der Brüder bezeichnet.  

Andante

Kuerti beschreibt dann die g-Moll-Sonate als die bessere der beiden Sonaten, und das besonders im ersten Satz, in dem Dur und Moll sehr gut gemischt und feinfühlig behandelt seien.  Der Satz ende auch sehr delikat.  

Rondo: Allegro

Kuerti beschreibt den zweiten Satz als an der Grenze des Charmanten zum Anstrengenden hin.  Obwohl dieser Satz eigentlich "leicht" sein solle, kämen in ihm sehr unterschiedliche Stimmungen zum Ausdruck, angefangen mit der barschen Kürze der Einleitung bis zur unerwarteten Zartheit der Koda.  (Kuerti: 42).

 

Zum Abschluss bieten wir Ihnen wieder eine Hörmöglichkeit via dieses Links:

Kunst der Fuge: Beethoven-Sonaten

Für diejenigen von Ihnen, die sich s e h r ernsthaft mit dieser Sonate auseinandersetzen möchten, bieten wir hier auch einen Link zur Beethoven Bibliography Data Base des Ira Brilliant Center for Beethoven Studies in San Jose, Kalifornien:


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